Heidelberg: Wir lassen Hilde Domin nicht mit Rechten alleine (#HeidelbergLiebtHilde)

Hier sieht man 2 Gedichtbände von Hilde Domin.

Wenn am Freitagabend im Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei Heidelberg die Jugendorganisation der blau-braun-rechten Partei eine Veranstaltung ausschließlich für „ihre Mitglieder, Förderer und ausgewählte Gäste der Partei“ macht, dann wünsche ich mir, dass wir Hilde Domin nicht allein lassen!

Wir dürfen vielleicht nicht zur Tür rein – so viel übrigens zur Offenheit der besagten Partei, in einen Diskurs einzutreten – aber wir können ganz nahe sein (siehe parallele Verananstaltungen in der Stadtbücherei) und das Andenken der Dichterin Hilde Domin ehren. Unter dem Hashtag #HeidelbergLiebtHilde sind außerdem alle, die am Freitagabend nicht zur Heidelberger Stadtbücherei kommen können, deutschlandweit eingeladen, an Hilde Domin zu erinnern und die Gedanken an sie viel größer zu machen, als Hass und Hetze, die man wohl von einer (und nicht nur von dieser einen) Veranstaltung der „Jungen Alternative“ erwarten muss.

 

Lest Gedichte von Hilde Domin, lest sie uns netzweit vor (Audio, Video) und postet sie am Freitag ab 17.30 Uhr bei Twitter, Facebook, Instagram (und Euren anderen Lieblingskanälen). Schreibt sie ab, malt sie auf, zeigt uns die Ausgaben der Domin-Bücher, die Ihr besitzt. Viele Heidelbergerinnen und Heidelberg haben bestimmt auch die ein oder andere Begegnung mit Hilde Domin erlebt. Erzählt uns davon – und benutzt den Hashtag #HeidelbergLiebtHilde.

Wer ist Hilde Domin?

Für diejenigen, die Hilde Domin noch nicht kennen: Sie wurde 1909 als Hilde Löwenstein in Köln geboren und studierte unter anderem in Heidelberg, Köln und Berlin. In Heidelberg lernte sie Erwin Walter Palm kennen und ging mit ihm 1932 zum Auslandsstudium nach Italien. Zuvor hatte sie Hitler erlebt und auch sein Buch „Mein Kampf“ gelesen. Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler blieb sie im Exil und kehrte erst 1954 nach Deutschland zurück. Sie gab sich den Namen „Domin“ nach Santo Domingo, der Stadt, in der sie lange Zuflucht fand. 1959 erschien ihr erster Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze“. 2004 wurde ihr in Heidelberg die Ehrenbürgerinnenwürde verliehen. Sie starb hier am 22. Februar 2006. (mehr z.B. in einer FemBio)

Ihre Gedichte haben auf mich eine besondere Wirkung: Wenige Worte wirken oft gewaltig. Seitdem ich seit 1996 im Heidelberger Buchhandel arbeitete, war mir Hilde Domin in der Stadt sehr präsent. Die kleine zähe Person war mitunter auch eine unbequeme Diskutantin. Und gerade deshalb eine Persönlichkeit, deren Andenken ich an einem Abend mit der AfD nicht allein lassen möchte. Über Eure Unterstützung freue ich mich sehr!

Mehrere Gruppen und Initiativen haben vor Ort übrigens Gegenveranstaltungen angekündigt, an denen man/frau sich vor Ort beteiligen kann: Ab 17 Uhr werden vor der Stadtbücherei Texte von SchriftstellerInnen, deren Werke von den Nazis verbrannt wurden, gelesen. Darüber hinaus gibt es eine Führung durch die Ausstellung „Literaturstadt Heidelberg – die neuen Gesichter. Porträts von Christian Buck“ im Foyer der Stadtbücherei. Lasst uns auch vor Ort Präsenz zeigen.

Du möchtest gerne mit einem Domin-Plakat vor Ort sein? Melde Dich, wir werden einen kleinen handgefertigten Vorrat für die ersten, die sich melden, dabei haben.

Aktions-Hashtag: #HeidelbergLiebtHilde

Gegenveranstaltungen:
https://www.facebook.com/groups/masagtja/permalink/2042605585997747/